Frau Unarts TFP-Vertrag



 So, ich habe es endlich geschafft einen TFP-Vertrag aus zu formulieren, den ich einerseits fair finde und mit dem ich die bei TFP-Shootings entstandenen Fotos für meine Zwecke verwenden kann. TFP heißt "time for Pictures" und bedeutet, dass beide Seiten, also Modell und Fotograf auf ein Honorar für das Shooting verzichten, dafür aber die bei dem Shooting entstandenen Bilder erhalten und für ihre Zwecke verwenden können. Früher waren das Abzüge, heute sind es die Bilddateien.



Besser mit als ohne !

Alle meine bisherigen Foto-Shootings habe ich ohne TFP Vertrag gemacht, oder zumindest ohne schriftlichen Vertrag.

Natürlich haben das Modell und ich miteinander besprochen wie wir die Fotos des Shootings im einzelnen nutzen wollen. Die professionellen Damen brauchten Fotos für ihre Online-Werbung und ich brauchte Fotos für mein Fotografen-Portofolio.
Mit einigen Modellen klappte das alles reibungslos. Die Mädels fragten mich z.B., ob sie auch Fotos ganz oder nur partiell für ein Banner oder als Hintergrund für ihre Website nutzen konnten und sie durften mit den Fotos machen, was sie wollten. Es muss dann auch nicht immer und überall unbedingt mein Logo abgebildet sein - in einigen Fällen war es mir sogar lieber, dass es fehlte -

Aber Probleme gab es immer:
Eine wollte, dass ich nie unretuschierte Fotos von ihr veröffentlichte, eine andere wollte dann nach einem Jahr auf einmal nicht mehr, dass ich ihre Fotos verwendete, weil sie sich inzwischen verändert habe, wieder einer anderen gefiel der Joyclub nicht als Ort der Veröffentlichung, andere möchten grundsätzlich gerne auf TFP-Basis shooten, aber man soll sie nicht erkennen können usw.

Deshalb kläre ich von nun an diese Fragen lieber vorher.

Ab meinen ersten zukünftigen TFP-Shootings mit Vertrag, entscheide ich wann und wo ich welche Fotos präsentiere - und auch wie ich die Fotos bearbeite oder künstlerisch weiter verarbeite.

Das Model tritt die Entscheidungsgewalt darüber an mich ab, wobei ich natürlich seine Persönlichkeitsrechte wahre und es nicht in beleidigender oder herabwürdigender Weise zeige, indem ich es z.B. per Photoshop in den Helden eines Pornostreifens verwandle (es sei denn das Shooting hatte Pornart zum Thema).

Das Model erhält von mir dafür sämtliche Fotos des Shootings in unbearbeiteter Form in 300 dpi JPG Qualität.
Zusätzlich kann sie oder er sich zehn Fotos aussuchen, bei denen ich dann eine Beautyretusche mache und die Fotos in drei verschiedene Effektvarianten setze. Wenn ich damit fertig bin, erhält das Model eine DVD mit alles Bildern.

Das kann mal mehr oder mal weniger lange dauern, je nachdem wieviel ich gerade zu tun habe. Aber bekommen hat die DVD noch jeder, der sie wollte und manche auch mal doppelt, weil sie die erste verbummelt hatten.

Also ich darf meine Fotos von euch verwursten wie ich will und ihr könnt mit euren Bildern dasselbe machen. Deshalb kriegt ihr sie auch ohne Wasserzeichen. Übt euch mit ihnen an Bildbearbeitung, zerschnippselt sie und steckt sie in eure Webseiten oder bastelt euch daraus Visitenkarten, das ist mir alles egal.

Aber ich bleibe der Urheber der Fotos, auch wenn ich nicht namtlich auf jedem Bild stehe. Das heißt, es geht nicht, dass ihr euch zum Beispiel mit den Fotos in der Mappe bei einer Akademie bewerbt und behauptet ihr hättet die Bilder von euch mit Stativ und Selbstauslöser geschossen *zwinker* oder sie bei Facebook postet und darunter schreibt "Die hat mein Freund von mir gemacht."




Lady R., ein sehr nettes TFP Modell.

Doppelte Arbeit für den Fotografen


Das Model ist nach dem Shooting mit seinem Part fertig, für manchen Fotografen geht dann aber die richtige Arbeit erst los.
Ausgenommen davon werden natürlich diejenigen Models, die sich für das Shooting ein besonders tolles Shootingoutfit gebastelt haben - sowas gibt es ja auch manchmal, ist mir aber erst wenig begegnet.
Ich arbeite viel mit unerfahrenen Models und auch mit denen, die nicht den gängigen Schönheitsidealen entsprechen- dafür bearbeite ich dann ausgewählte Fotos gern und intensiv mit Photoshop.

Bei den Kundenfotos mit Beautyretusche steht natürlich die Wiedererkennbarkeit an erster Stelle. Aber bei den Bildern, die ich bis jetzt nur just for fun für mein Portofolio bearbeitet habe, gilt eher das Motto: Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt. Und das wird demnächst, wenn ich erst mal das digital Painting auf meinem neuen IPad Pro entdecke, bestimmt nicht besser.





Ich stecke also sehr viel Zeit in meine Fotos. Das kommt unter anderem daher, weil ich immer so oft Migräne habe und dann mit Schmerzmitteln betäubt nur auf dem Rücken liegen kann. Um mich ab zu lenken, stelle ich mir das Laptop auf den Bauch und bearbeite Fotos.

Bisher habe ich wegen den fehlenden TFP Verträgen bzw. fehlender Zustimmung der Models zur kommerziellen Nutzung, noch keine dieser Bilder verkauft.
Inzwischen bin ich aber schon so häufig auf den möglichen Verkauf meiner Fotos als Poster, Leinwanddruck, T-Shirt-Motiv, Illustration einer Werbeanzeige etc. angesprochen worden, dass ich beschlossen habe, das zu ändern.

Deshalb sollen meine zukünftigen TFP Modelle auch dem Vertrieb der Fotos vertraglich zustimmen und werden ab einem Gewinn von 100,- zu einem Drittel beteiligt.
Diese Drittel-Regelung habe ich in mehreren TFP-Verträgen bei anderen Fotografen gefunden und fand sie fair. Von wegen doppelter Arbeit der Fotografin und so...

Und für Einnahmen unter 100,- erhält das Modell weitere beautyretuschierte Fotos.


Liebes zukünftiges TFP-Modell,

...ich weiß nicht, ob oder vieviel damit zu verdienen ist mit mir zu shooten.
Ich glaube nicht, dass wir beide reich werden, aber vielleicht springt für mich ja das ein oder andere neue Studiomöbel dabei heraus (ich kaufe sie ja gebraucht) und für dich mal ein neues Outfit.

Weiter unten findest du meinen TFP-Vetrag und alles andere können wir dann per Mail, Telefon oder persönlich klären.

TFP-Vetrag (time for prints model release)

zwischen
Name:
Anschrift:
Telefon u. E-Mail:
- nachfolgend "Fotograf" genannt -
und


Name:
Anschrift:
Telefon u. E-Mail:
Bankverbindung:

- nachfolgend "Model" genannt -

Gegenstand des Vertrages sind Foto-Aufnahmen die am ...................... in den Bereichen
Porträt, Fashion , Fetisch , Erotik, Dessous, Teilakt, Vollakt und Pornart
(zutreffendes bitte ankreuzen) angefertigt werden.

Durch diesen Vertrag kommt kein Arbeitsverhältnis zustande.

1. Das Model ist darüber informiert worden, dass für eine Veröffentlichung sowie der Vertrieb der angefertigten Fotoaufnahmen eine sog. Übertragung der Rechte am Bild erforderlich ist und erklärt sich hiermit unwiderruflich mit einer uneingeschränkten, zeitlich und örtlich unbegrenzten Veröffentlichung, sowie dem Vertrieb der angefertigten Fotoaufnahmen, auch für Werbezwecke jeder Art, einverstanden. Der Fotograf ist alleiniger Urheber.
Im Falle von Veröffentlichungen und Vertrieb der Aufnahmen stellt das Model keine weiteren Ansprüche, auch nicht gegen Dritte (z.B. Verlag, Provider, Webmaster).

2. Das Model erhält als Honorar für die Tätigkeit und Übertragung der Verwertungsrechte keine monetäre Vergütung, sondern eine Auswahl der entstandenen Aufnahmen, wobei die Anzahl vom Erfolg der Fotoarbeiten abhängig ist, sowie zehn bearbeitete Fotos mit Beautyretusche, die sich das Modell selber aussuchen darf.
Das Model erhält sowohl die Auswahl der entstandenen Aufnahmen, als auch die zehn retuschierten/bearbeiteten Fotos als JPG-Dateien in 300 dpi und 72 dpi ohne Wasserzeichen des Fotografen auf DVD.
Diese Aufnahmen dürfen von dem Model für Eigenwerbung wie Bewerbungen, Erstellen einer Model-Mappe, dem eigenen Internetauftritt, Sedcards etc. frei und kostenlos verwendet werden.
Mit diesem Honorar sind sämtliche Ansprüche des Models vollständig abgegolten.

3. Sollte das Model nachträglich der Veröffentlichung/Vertrieb der Fotos widersprechen, so werden die je nach Shootingzeit angefallenden Kosten für das abgehaltene Shooting inklusiv der Beautyretusche in Höhe von mindestens 200,- € Euro fällig.


4. Das Model stimmt dem Vertrieb der Aufnahmen zu (z.B. Verkauf der Fotos in Bildagenturen, Galerien, Ausstellungen etc. ). Ab einem Gewinn (abzüglich entstandener Produktionskosten etc.) von 100 €, gehen zwei Drittel des Gewinns an den Fotografen und ein Drittel an das Model.
Der Fotograf verpflichtet sich dazu den Anteil des Models auf das ihm genannte Konto zu überweisen.

Unterschrift Model, Ort und Datum
......................................................

Unterschrift Fotograf, Ort und Datum
00111
 


  • 21. März L.
    "Ab meinen ersten zukünftigen TFP-Shootings mit Vertrag, entscheide ich..." - Das gefällt mir, denn zwar bringt ein Model mit seinem Gesicht auch etwas sehr Wertvolles in die Zusammenarbeit ein und darf zurecht ein Interesse daran haben, nur gute Ergebnisse öffentlich zu finden, aber wenn von Modelseite diktiert wird, wie zu fotografieren und wie zu bearbeiten ist, wäre das eine Degradierung der Fotografenseite.

    Ich habe von Anfang an - mit ganz wenig Ausnahmen - immer mit Vertrag fotografiert. Dabei sehe ich das so, dass wir einen Vertrag brauchen, um ihn NICHT zu brauchen. Will sagen, jede Partei weiß (und kann nachlesen), was vereinbahrt wurde und sich daran halten. So braucht man den Vertrag hoffentlich nie vor Gericht vorzulegen. Und je genauer im Vertrag niedergelegt ist, was Vereinbahrungsgegenstand war, desto weniger Unklarheiten und damit spätere Nachfragen und -forderungen sind zu erwarten.
  • 18. März Bachus63
    Das liest sich sehr vernünftig!
    Es scheint mir auch eine faire Angelegenheit zu sein.
    Danke für den Denkanstoß, ich überlege gerade meine Verträge anzupassen.
    Dürfte ich bei deinem Vertragswerk ein wenig stehlen, inspiriert hat es mich!
    LG Bachus63

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